Wichtige Entwicklungen
Der Dokumentarfilm »You Can See Everything« über die Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes hat sich in den USA zu einem überraschenden Kinoerfolg entwickelt. Am Startwochenende spielte der dreistündige Film in Nordamerika 15 Millionen US-Dollar ein und verzeichnete über 2000 ausverkaufte Vorführungen. Damit gelang ihm der erfolgreichste Start eines Dokumentarfilms seit Michael Moores »Fahrenheit 9/11« aus dem Jahr 2004.
Die Regisseure Nathan Fielder und Lance Oppenheim begleiteten die heute 42-jährige Elizabeth Holmes in den letzten Tagen vor dem Antritt ihrer Haftstrafe. Holmes war im November 2022 wegen Betrugsdelikten zu über elf Jahren Haft und 452 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden; ein Berufungsgericht verkürzte die Strafe später um zwei Jahre. Im Gegensatz zur fiktionalen Mini-Serie »The Dropout« (2022) mit Amanda Seyfried verbrachten Fielder und Oppenheim viel Zeit mit der echten Elizabeth Holmes, was dem Film einen einzigartigen Zugang verleiht.
Der Erfolg wird auch einer cleveren Marketingstrategie zugeschrieben. Die Produktionsfirma A24 drehte den Film drei Jahre lang im Verborgenen. Die Doku wurde erst im September beim Telluride Festival als Überraschungspremiere bekannt. Nach euphorischen Rezensionen folgte ein bizarrer Trailer, der das Interesse weiter befeuerte. Die Begeisterung hält an: Auf Rotten Tomatoes erreicht der Film 99 Prozent Zustimmungsrate bei Kritikern und 98 Prozent beim Publikum. Bei Letterboxd erzielt er mit 4,8 von fünf Sternen den besten Wert aller Zeiten. Ein Starttermin für Deutschland ist noch nicht bekannt.
Zentrale Punkte
- Der Dokumentarfilm »You Can See Everything« über Elizabeth Holmes erzielte in den USA einen Rekordstart mit 15 Millionen US-Dollar Einspielergebnis und über 2000 ausverkauften Vorführungen.
- Der Film bietet einzigartigen Zugang zu Elizabeth Holmes in den Tagen vor ihrer Haftstrafe und wird für seine unkonventionelle Marketingstrategie gelobt.
- Er erhält hervorragende Kritiken und hohe Publikumsbewertungen, ein deutscher Starttermin ist jedoch noch nicht bekannt.
Warum das wichtig ist
Der bemerkenswerte Erfolg von »You Can See Everything« unterstreicht das anhaltende öffentliche Interesse an der Geschichte von Elizabeth Holmes und dem Theranos-Skandal. Er zeigt, wie eine gut gemachte Dokumentation, gepaart mit exklusivem Zugang und einer innovativen Marketingkampagne, auch im heutigen Kinomarkt große Erfolge erzielen kann. Der Film setzt neue Maßstäbe für Dokumentarfilme und beweist, dass tiefgründige, nicht-fiktionale Erzählungen ein breites Publikum ansprechen können, insbesondere wenn sie kontroverse Persönlichkeiten und komplexe Sachverhalte beleuchten. Die hohen Bewertungen von Kritikern und Publikum deuten darauf hin, dass der Film nicht nur kommerziell, sondern auch künstlerisch überzeugt.

Kommentare