Wichtige Entwicklungen

Die Europäische Union denkt bei der Besteuerung von US-Technologiekonzernen einem Bericht der »Financial Times« zufolge grundlegend um. An die Stelle einer reinen Digitalsteuer soll demnach eine Abgabe für alle in der EU tätigen Großunternehmen treten. Hintergrund für die überarbeiteten Pläne sind mögliche Handelskonflikte: US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gedroht, Waren aus Ländern, die eine Digitalsteuer für US-Unternehmen einführen, mit Importzöllen von 100 Prozent zu belegen.

Laut den Insidern lehnen einige EU-Staaten eine gezielte Digitalsteuer ab, um die USA nicht zu verärgern. Im Rahmen der Initiative mit der Bezeichnung »Corporate Resource for Europe« (Core) wird nun diskutiert, sämtliche Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro in der Staatengemeinschaft zu belasten. Sie sollen eine pauschale Abgabe zwischen 100.000 und 750.000 Euro entrichten. Die Bundesregierung lehnt zusätzliche Abgaben auf europäischer Ebene jedoch ab und fordert stattdessen eine drastische Kürzung des EU-Budgets ab 2028.

Zentrale Punkte

  • Neuausrichtung der Pläne: Statt einer gezielten Digitalsteuer für US-Techgiganten wird eine breitere Abgabe für alle Großunternehmen in der EU erwägt.
  • Umsatzgrenze und Pauschale: Betroffen wären Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro, die eine pauschale Abgabe zwischen 100.000 und 750.000 Euro zahlen müssten.
  • US-Handelsdrohungen als Motiv: Die Maßnahme zielt vor allem darauf ab, drastische Importzölle der US-Regierung unter Donald Trump zu verhindern.

Warum das wichtig ist

Die Diskussion verdeutlicht den schmalen Grat, auf dem sich die europäische Handelspolitik im Umgang mit mächtigen US-Technologiekonzernen bewegt. Drohende Strafzölle der Vereinigten Staaten setzen Brüssel massiv unter Druck. Gleichzeitig offenbart der Vorstoß tiefe Differenzen innerhalb der EU, da Mitgliedstaaten wie Deutschland zusätzliche europäische Abgaben und neue Finanzierungsinstrumente strikt ablehnen.