Wichtige Entwicklungen

Die Zwischenwahlen zwei Jahre nach dem Amtsantritt eines US-Präsidenten fungieren traditionell als wichtiger Stimmungstest für die Regierung. Häufig wird die Partei des Amtsinhabers von den Wählern abgestraft. Sollten die Republikaner bei den aktuellen Wahlen die Mehrheit in einer oder beiden Kammern des Kongresses verlieren, würde es für Präsident Trump deutlich schwieriger werden, Gesetze durch das Parlament zu bringen. Seine zweite Amtszeit dauert noch bis Anfang 2029 an.

Im Senat, dem Oberhaus des Kongresses mit insgesamt 100 Sitzen, werden 35 Mandate neu vergeben. Bislang halten die Republikaner eine Mehrheit von 53 Sitzen. Die Demokraten, die aktuell 47 Senatoren inklusive zwei Unabhängiger stellen, benötigen vier zusätzliche Sitze für eine Mehrheit von 51 Stimmen. Bei einem Unentschieden von 50 zu 50 gäbe es die entscheidende Stimme des republikanischen Vizepräsidenten JD Vance. Eine Besonderheit gilt in Georgia: Erreicht dort kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen, findet am 1. Dezember eine Stichwahl statt.

Im Repräsentantenhaus stehen alle 435 Sitze zur Wahl. Die Verteilung der Abgeordneten erfolgt hier verhältnismäßig zur Einwohnerzahl der Bundesstaaten – von 52 Sitzen in Kalifornien bis zu jeweils einem Abgeordneten in Alaska, Delaware, North Dakota, South Dakota, Vermont und Wyoming. Die Republikaner verteidigen eine sehr knappe Mehrheit. Die Demokraten müssen mindestens vier Sitze gewinnen, um die Kontrolle im Unterhaus zu übernehmen und mit 218 Parlamentariern die knappest mögliche Mehrheit zu stellen. Zudem finden in 36 der 50 Bundesstaaten Gouverneurswahlen statt, wobei die Republikaner momentan 26 und die Demokraten 24 Gouverneure stellen.

Zentrale Punkte

  • Senat: 35 von 100 Sitzen werden neu gewählt; die Demokraten müssen vier Sitze dazugewinnen, um eine Mehrheit zu erreichen.
  • Repräsentantenhaus: Alle 435 Abgeordneten werden neu bestimmt, wobei die Republikaner ihre sehr knappe Mehrheit verteidigen müssen.
  • Gouverneure: In 36 Bundesstaaten wird über die Posten abgestimmt, aktuell stellen die Republikaner 26 und die Demokraten 24 Gouverneure.

Warum das wichtig ist

Die Midterms bestimmen maßgeblich die politische Handlungsfähigkeit von US-Präsident Trump in seiner zweiten Amtszeit bis 2029. Ein Verlust der Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern würde die Gesetzgebung massiv erschweren und die Machtverhältnisse in Washington neu ordnen.