Wichtige Entwicklungen
In den ukrainischen Karpaten versuchen ukrainische Soldatinnen, Soldaten und Veteranen, für ein paar Tage Abstand vom Krieg zu gewinnen. Eine Hilfsorganisation hat die Teilnehmer zu dem zehntägigen Programm eingeladen. Auf dem Plan stehen Aktivitäten wie Wanderungen, Reiten, Rafting, gemeinsame Gespräche sowie Kunsttherapie. Für viele Teilnehmer, darunter auch der 44-jährige Marineinfanterist Ruslan, stellt dieses Programm eine große Herausforderung dar. Ruslan war bis Juni 2025 in russischen Gefängnissen eingesperrt, wo er nach eigenen Angaben geschlagen, gedemütigt und gefoltert wurde, nachdem er zuvor die Hafenstadt Mariupol verteidigt hatte. Trotz solcher schwerer Schicksalsschläge bietet die Auszeit in der Natur den Versuch, wieder unbeschwerte Momente zu erleben.
Zentrale Punkte
- Reha-Programm in der Natur: Zehntägiger Aufenthalt in den Karpaten mit Aktivitäten wie Rafting, Wandern und Kunsttherapie für ukrainische Soldaten.
- Schwere psychische Belastungen: Viele Teilnehmer kämpfen mit den Nachwirkungen von Frontkämpfen, Verwundungen oder monatelanger russischer Gefangenschaft.
- Herausforderung im Alltag: Zu den großen Hürden gehören die Rückkehr zu Freude, das Vertrauen in andere Menschen und das Finden von Ruhe in der Nacht.
Warum das wichtig ist
Der Krieg hinterlässt bei den ukrainischen Streitkräften tiefgehende psychische Spuren, die auch fernab der Front weiterwirken. Aktuellen Untersuchungen zufolge leidet etwa ein Drittel bis zwei Drittel der untersuchten Soldatinnen und Soldaten in medizinischen und Rehabilitationseinrichtungen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Programme wie die Auszeit in den Karpaten verdeutlichen, wie wichtig psychologische Unterstützung und therapeutische Betreuung für Veteranen sind, um mit den Erlebnissen von Gefangenschaft, Front und dem Verlust von Kameraden umzugehen.

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