Wichtige Entwicklungen

US-Präsident Donald Trump hat die Rhetorik gegenüber der ukrainischen Führung spürbar verschärft. In Washington warf Trump der Ukraine vor, die umfassende Unterstützung der Vereinigten Staaten nicht erwidert zu haben: „Wir haben der Ukraine viel gegeben – sie hat uns nichts gegeben. Vergessen Sie das nicht“, sagte der US-Präsident vor Journalisten. Zudem sprach sich Trump dafür aus, Selenskyj bei den Friedensgesprächen mit Moskau abzulösen. Es sei für den ukrainischen Staatschef womöglich an der Zeit, jemand anderen verhandeln zu lassen. Bereits zuvor hatte Trump offen die Ablösung Selenskyjs gefordert. Russland verhalte sich mit Blick auf die Ukraine derweil „in Ordnung“ und mache „nicht viel“. Zudem zeigte sich Trump offen für einen Dreiergipfel mit Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staatspräsident Xi Jinping am Rande des Treffens der Apec-Staaten im November in China.

Auf ukrainischer Seite sorgt der veränderte Kurs der US-Führung für erhebliche Beunruhigung. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Washington vor, vereinbarte Militärhilfe zurückzuhalten. Verzögerungen bei Rüstungslieferungen und Einschränkungen beim Austausch von Geheimdienstinformationen seien „unter Freunden schwer zu erklären“, betonte Selenskyj bei einem Treffen mit einer Delegation des US-Kongresses. Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs genehmige US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiteren Luftabwehrraketen nicht, obwohl diese bereits von NATO-Staaten bezahlt worden seien. Selenskyj warnte: „All das deutet darauf hin, dass eine politische Entscheidung getroffen wurde, die Unterstützung für uns zurückzufahren.“

Zentrale Punkte

  • Kritik an Selenskyj: Donald Trump wirft Kyjiw Undankbarkeit vor und fordert andere Verhandlungsführer auf ukrainischer Seite.
  • Gesperrte Luftabwehr: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth blockiert laut Selenskyj die Auslieferung bezahlter Patriot-Raketen.
  • Kritik an US-Politik: Selenskyj sieht in Lieferstopps und Geheimdienstbeschränkungen eine politische Abkehr Washingtons von der bisherigen Unterstützung.

Warum das wichtig ist

Der offene Konflikt markiert eine tiefgreifende Belastungsprobe für das Bündnis zwischen den USA und der Ukraine. Während Trump offen mit einem Dreiertreffen mit Putin und Xi liebäugelt und die Haltung Russlands verteidigt, gerät die Ukraine durch die Blockade kriegswichtiger Luftabwehrsysteme in eine schwierige militärische Lage. Da die betroffenen Patriot-Raketen bereits von NATO-Staaten finanziert wurden, offenbart die Verweigerungshaltung im Pentagon weitreichende strategische Kurswechsel der US-Regierung.