Wichtige Entwicklungen

Die Neuverschuldung der Vereinigten Staaten ist im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie das US-Finanzministerium in Washington mitteilte, belief sich das Haushaltsloch auf 1,99 Billionen Dollar, nachdem es im vorangegangenen Etatjahr noch bei 1,78 Billionen Dollar gelegen hatte. Die Ausgaben der US-Bundesregierung erhöhten sich um sechs Prozent auf insgesamt 7,4 Billionen Dollar, wohingegen die Einnahmen lediglich um drei Prozent auf 5,4 Billionen Dollar zulegten.

Ein maßgeblicher Treiber für diesen Anstieg waren die Zinskosten auf die bestehenden Staatsschulden. Die Zinszahlungen wuchsen um 144 Milliarden Dollar auf den historischen Höchstwert von 1,36 Billionen Dollar an. Zusätzlich rissen gerichtlich verfügte Zahlungen eine tiefe Lücke in die Staatskasse: Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar einen Großteil der von Trump verhängten Sonderzölle für unrechtmäßig erklärt hatte, musste der Bund rund 145 Milliarden Dollar an Zöllen zurückzahlen.

Zentrale Punkte

  • Rekorddefizit: Die Neuverschuldung kletterte auf 1,99 Billionen Dollar bzw. geschätzte 6,2 Prozent der Wirtschaftsleistung – weit über dem von Finanzminister Scott Bessent ausgegebenen Drei-Prozent-Ziel.
  • Zinslast und Gerichtsurteil: Rekordausgaben für Zinsen in Höhe von 1,36 Billionen Dollar sowie 145 Milliarden Dollar an Rückzahlungen gekippter Zölle trieben das Minus massiv in die Höhe.
  • Gesamtschulden über 40 Billionen Dollar: Die Gesamtverbindlichkeiten der weltgrößten Volkswirtschaft überschritten bereits im August erstmals den Schwellenwert von 40 Billionen Dollar.

Warum das wichtig ist

Die Entwicklung steht in scharfem Kontrast zu den Wahlkampfversprechen Donald Trumps, die Staatsausgaben konsequent zu senken und die Neuverschuldung nachhaltig einzudämmen. Statt der anvisierten Haushaltsdisziplin wächst der Gesamtschuldenberg der Supermacht in beispiellosem Tempo weiter und lag zuletzt bei knapp 34,4 Billionen Euro.

Experten blicken mit Sorge auf das soeben begonnene Haushaltsjahr. Ökonomin Nancy Vanden Houten von Oxford Economics prognostiziert für die kommenden zwölf Monate ein Defizit auf ähnlich hohem Niveau. Sie warnte zudem vor weiteren geopolitischen Risiken: Sollte die militärische Konfrontation mit dem Iran bis weit in das neue Haushaltsjahr hinein andauern, könnten zusätzliche Ausgaben das US-Haushaltsloch noch einmal deutlich vergrößern.