Wichtige Entwicklungen

Im Jahr 2027 werden die Netzentgelte für Strom und Gas in Deutschland voraussichtlich leicht ansteigen. Dies geht aus Berechnungen des Vergleichsportals Verivox hervor, die auf bereits veröffentlichten Daten der Verteilnetzbetreiber basieren. Die Netzentgelte, die etwa ein Viertel des Strompreises und ein Fünftel des Gaspreises für Haushaltskunden ausmachen, sind bereits in den vergangenen Jahren gestiegen und dienen unter anderem der Finanzierung des teuren Netzausbaus.

Für einen Dreipersonenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeuten die bundesweit durchschnittlich um 1,9 Prozent steigenden Stromnetzentgelte rechnerische Mehrkosten von rund acht Euro brutto. Ein wesentlicher Grund für diese Erhöhung ist die Kürzung des jährlichen Bundeszuschusses zu den Übertragungsnetzkosten um knapp eine Milliarde Euro auf rund 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2027. Diese Kosten werden von den Übertragungsnetzbetreibern an die Betreiber der niedrigeren Spannungsebenen weitergegeben und finden sich auf den Stromrechnungen wieder.

Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich: Während die Stromnetzentgelte in den alten Bundesländern durchschnittlich um zehn Euro steigen, sinken sie in den neuen Bundesländern um durchschnittlich drei Euro. Die stärksten Anstiege werden in Hamburg erwartet. Laut Verivox-Energieexperte Thorsten Storck hängen die Netzgebühren stark von den Kosten für Ausbau und Betrieb der regionalen Stromnetze ab. Seit 2025 werden zudem Regionen entlastet, in denen besonders viel Wind- und Solarstrom erzeugt wird.

Bei Gas rechnet Verivox aufgrund gestiegener Großhandelspreise infolge des Irankriegs insgesamt mit steigenden Preisen. Die Entwicklung der Strompreise wird davon abhängen, inwiefern Versorger gestiegene Beschaffungskosten noch kompensieren können, was ebenfalls zu regional unterschiedlichen Preiserhöhungen führen kann.

Zentrale Punkte

  • Bundesweite Erhöhung: Die Netzentgelte für Strom steigen 2027 bundesweit um durchschnittlich 1,9 Prozent, was für einen Musterhaushalt Mehrkosten von etwa acht Euro bedeutet.
  • Regionale Unterschiede: Während die Kosten in den alten Bundesländern im Schnitt um zehn Euro steigen, sinken sie in den neuen Bundesländern um drei Euro. Hamburg verzeichnet die stärksten Anstiege.
  • Ursachen: Ein gekürzter Bundeszuschuss für Übertragungsnetzkosten und gestiegene Großhandelspreise für Gas (bedingt durch den Irankrieg) sind die Haupttreiber der Preisentwicklung.

Warum das wichtig ist

Die Netzentgelte sind ein fester Bestandteil der Strom- und Gasrechnung und beeinflussen direkt die monatlichen Ausgaben der Haushalte. Ihre Erhöhung, auch wenn sie bundesweit moderat erscheint, kann in Kombination mit anderen Preisanstiegen die finanzielle Belastung für Verbraucher spürbar erhöhen. Die Finanzierung des Netzausbaus, der für die Energiewende und die Integration erneuerbarer Energien unerlässlich ist, wird maßgeblich über diese Entgelte gesichert. Die regionalen Unterschiede verdeutlichen zudem die ungleiche Verteilung der Kosten und Investitionen im deutschen Energiesystem, was für Verbraucher je nach Wohnort unterschiedliche Auswirkungen hat.