Wichtige Entwicklungen

Um das gesetzlich festgeschriebene Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen, sind in Deutschland Investitionen von insgesamt sechs Billionen Euro erforderlich. Dies geht aus einer Studie des Prognos-Forschungsinstituts hervor, die im Auftrag der Förderbank KfW erstellt wurde. Die Autoren betonen, dass sich diese Ausgaben lohnen, da ihnen ein hoher Nutzen gegenübersteht.

Die Studie zeigt auf, dass sich die bisherigen Ausgaben für den Klimaschutz mehr als verdoppeln müssen. Der Großteil der Investitionen, nämlich 88 Prozent, entfällt auf Verbraucher und Unternehmen, während der Staat lediglich zwölf Prozent beisteuert. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nur knapp die Hälfte dieser sechs Billionen Euro tatsächlich zusätzliche Ausgaben darstellen. KfW-Vorstandschef Stefan Wintels erklärte, dass Deutschland auch beim Festhalten an fossilen Technologien stark investieren müsste. Von den jährlich benötigten Investitionen von rund 290 Milliarden Euro verbleiben netto etwa 145 Milliarden Euro, die durch die Umstellung auf mehr Klimaschutz hinzukommen.

Die höchsten Ausgaben sind im Verkehrssektor zu erwarten, der fast die Hälfte der Gesamtinvestitionen ausmacht. Hier geht es primär um die Anschaffung von Pkw mit klimafreundlicheren Antrieben. Da Autos ohnehin gekauft werden und der Preisunterschied zwischen Elektroautos und Verbrennern schrumpft, steigen die Nettoinvestitionen in diesem Bereich nur um knapp ein Fünftel.

Ein Viertel der sechs Billionen Euro fällt im Energiesektor an. Hier sind die Nettoinvestitionen besonders hoch, da das Energiesystem komplett umgebaut werden muss, um Strom aus Wind und Sonne stärker zu nutzen. Insbesondere in die Stromnetze müssen erhebliche Mittel fließen, wobei hier besonders viele staatliche Investitionen notwendig sind.

Rund ein Fünftel der Investitionen betrifft den Gebäudesektor, vor allem Wohngebäude. Laut Studie sind hier die meisten Extra-Investitionen nötig, die ohne verstärkten Klimaschutz nicht anfallen würden. Die Industrie trägt mit knapp einem Zehntel der nötigen Investitionen bei, was dennoch mit hohen Belastungen verbunden ist.

Zentrale Punkte

  • Deutschland benötigt bis 2045 Investitionen von sechs Billionen Euro, um klimaneutral zu werden.
  • Die Netto-Mehrkosten für den Klimaschutz belaufen sich auf rund drei Billionen Euro, da die Hälfte der Ausgaben ohnehin anfallen würde.
  • Verbraucher und Unternehmen tragen 88 Prozent der Investitionslast, der Staat zwölf Prozent.

Warum das wichtig ist

Die Studie verdeutlicht das immense finanzielle Ausmaß der Transformation Deutschlands hin zur Klimaneutralität. Das Ziel, bis 2045 keine Treibhausgase mehr auszustoßen, als gespeichert werden können, ist gesetzlich verankert und erfordert einen tiefgreifenden Umbau der Wirtschaft und Gesellschaft. Die Aufschlüsselung der Kosten nach Sektoren und die Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettoinvestitionen bieten eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungen und die Planung von Unternehmen und Privathaushalten. Sie zeigt, dass Klimaschutz nicht nur Kosten verursacht, sondern auch notwendige Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur darstellt, die teilweise ohnehin getätigt werden müssten.