Wichtige Entwicklungen
Auf der Frankfurter Buchmesse wurde die Entscheidung des diesjährigen Votings offiziell vorgestellt. Der Begriff »Ragebait« sicherte sich mit 36,5 Prozent der Stimmen den Gesamtsieg. Auf Platz zwei landete das Wort »Peak« mit rund 34 Prozent, während »Crashout« mit etwa 30 Prozent auf dem dritten Platz folgte. Im vergangenen Jahr 2025 hatte sich noch der Ausdruck »Das crazy« vor Begriffen wie »goonen« und »Checkst du« durchgesetzt.
Das Gewinnerwort »Ragebait« bedeutet wörtlich übersetzt »Wut-Köder«. Im Netz beschreibt es gezielt platzierte Beiträge, Falschbehauptungen oder provokante Thesen, die vor allem darauf abzielen, Polemik und Wut zu schüren. Dadurch sollen Interaktionen wie Kommentare, Likes und eine größere Reichweite auf Social-Media-Plattformen erzielt werden. Junge Menschen übertragen den Ausdruck inzwischen auch auf den Alltag, um Verhaltensweisen oder Aussagen zu kennzeichnen, die als bewusst provozierend oder unsinnig wahrgenommen werden.
Die unterlegenen Finalisten spiegeln weitere Trends der aktuellen Alltagssprache wider: »Peak« leitet sich vom englischen Wort für Gipfel ab und steht für das absolute Maximum oder einen qualitativen Höhepunkt. Der Begriff »Crashout« beschreibt hingegen ein emotionales Ausrasten oder den Verlust der Selbstbeherrschung. Laut Verlag kann dieser Ausdruck sowohl im ernsten Kontext als auch in ironischer Weise gebraucht werden.
Zentrale Punkte
- Klarer Wahlsieg: »Ragebait« gewann die Abstimmung mit 36,5 Prozent vor »Peak« (etwa 34 Prozent) und »Crashout« (rund 30 Prozent).
- Bedeutung des Begriffs: Das Wort meint gezielte Provokationen zur Reichweitengewinnung im Internet sowie aufreibendes Verhalten im Alltag.
- Beteiligung: Seit dem Start der Kampagne nahmen rund eine Million Jugendliche im Alter von 11 bis 20 Jahren an dem anonymen Online-Voting teil.
Warum das wichtig ist
Die Auszeichnung spiegelt den wachsenden Einfluss digitaler Mechanismen und sozialer Netzwerke auf die alltägliche Kommunikation wider. In Großbritannien hatten Lexikografen der Oxford University Press den Begriff »Ragebait« bereits 2025 zum Wort des Jahres gewählt, was die internationale Verbreitung des Phänomens unterstreicht.
An dem Online-Voting des Langenscheidt-Verlags durften Jugendliche zwischen 11 und 20 Jahren teilnehmen. Eine Überprüfung der Altersangaben findet bei der anonymen Abstimmung nicht statt, ebenso nennt der Verlag keine exakten Teilnahmezahlen. Nach Verlagsangaben beteiligten sich insgesamt rund eine Million Personen am Auswahlprozess, nachdem im Vorjahr noch fast zwei Millionen Stimmen verzeichnet worden waren.

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