Wichtige Entwicklungen

Der Disziplinarrat des portugiesischen Fußballverbandes FPF hat das am 9. Oktober eröffnete Verfahren gegen Cristiano Ronaldo offiziell abgeschlossen und der Anklage in vollem Umfang stattgegeben. Demnach hat der 41 Jahre alte Rekordnationalspieler vorsätzlich gegen Artikel 160 der Disziplinarordnung verstoßen, als er das Quartier der Seleção eigenmächtig verließ. Neben der symbolischen Geldbuße von 255 Euro verhängte das Gremium eine 30-tägige Sperre.

Für Ronaldo bleibt die sportliche Zwangspause jedoch praktisch ohne schwerwiegende Folgen. Wie der Verband mitteilte, begann die Frist bereits mit der vorläufigen Suspendierung am 30. September – dem Tag nach der überstürzten Abreise des Stürmers. Dadurch hat Ronaldo den Großteil der Sanktion bereits verbüßt und wäre beim kommenden Nations-League-Duell gegen Dänemark am 14. November wieder spielberechtigt. Auch finanziell ist das Urteil für den Angreifer bedeutungslos: Bei seinem kolportierten Wochengehalt von rund vier Millionen Euro beim saudi-arabischen Verein Al-Nassr verdient Ronaldo rechnerisch in weniger als einer Minute knapp 400 Euro.

Zentrale Punkte

  • Symbolische Sanktion: Der FPF-Disziplinarrat belegt Ronaldo wegen Verstoßes gegen Artikel 160 mit 255 Euro Geldstrafe und 30 Tagen Sperre.
  • Bereits spielberechtigt: Durch die Rückdatierung auf den 30. September steht der Angreifer für das Länderspiel gegen Dänemark am 14. November wieder bereit.
  • Streit mit Nationaltrainer: Auslöser war eine angekündigte Reservistenrolle unter Trainer Jorge Jesus, dem Ronaldo Wortbruch vorwarf.

Warum das wichtig ist

Hintergrund des Disziplinarverfahrens war ein offener Konflikt während der vorangegangenen Länderspielabstellung in der Nations League. Nach dem 2:1-Erfolg Portugals in Norwegen und vor dem anschließenden Aufeinandertreffen mit Dänemark hatte Nationaltrainer Jorge Jesus angekündigt, Ronaldo erneut nicht in die Startelf zu berufen. Daraufhin reiste der Kapitän ab und warf dem Coach vor, sein Wort ihm gegenüber gebrochen zu haben.

Einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft schloss der Routinier zwar aus, knüpfte ein weiteres Engagement Medienberichten zufolge jedoch an eine Ablösung von Jorge Jesus. In einem Schreiben entschuldigte sich Ronaldo bei seinen Mannschaftskameraden für die plötzliche Abreise und bat zugleich die Fans um Verzeihung. Sportlich blieb die portugiesische Auswahl von den Unruhen unbeeindruckt: Mit vier Siegen aus vier Spielen sicherte sich das Team vorzeitig den Einzug in das Viertelfinale der Nations League.