Wichtige Entwicklungen

In einem Interview anlässlich des Filmstarts seines neuen Films „Wild Horse Nine“, in dem er einen CIA-Agenten im Jahr 1973 spielt, offenbarte der renommierte US-Schauspieler John Malkovich seine langjährige Abstinenz von der Wahlurne. Angesprochen auf Berichte, wonach er seit 1972 nicht mehr gewählt habe, bestätigte Malkovich diese als korrekt. „Ich bin kein Gläubiger“, sagte der 72-Jährige.

Auf die Frage, woran genau er nicht glaube und ob sich diese Aussage auf die Demokratie insgesamt beziehe, antwortete der Schauspieler prägnant: „An das ganze Ding. Wie man in Frankreich sagt: ‚Je ne pratique pas.‘“ Dies deutet auf eine grundsätzliche Distanzierung vom politischen Prozess hin.

Malkovich schilderte, wie er die Nacht der US-Präsidentschaftswahl 1972 erlebte, als der demokratische Herausforderer George McGovern gegen den amtierenden Präsidenten Richard Nixon verlor. Obwohl er nicht explizit sagte, McGovern gewählt zu haben, lässt seine Beschreibung dies vermuten. Damals war er 19 Jahre alt. „Ich telefonierte mit meinem Vater und sagte: ‚Na gut, ich bin fertig.‘“ Sein Vater habe noch versucht, ihn umzustimmen, doch Malkovichs Entschluss stand fest und hält bis heute an: „Das war’s, ich war fertig. Ich konzentriere mich darauf, was ich machen kann, und belasse es dabei.“ Wählen gehört seiner Auffassung nach offenbar nicht dazu.

Zentrale Punkte

  • US-Schauspieler John Malkovich hat seit dem Jahr 1972 nicht mehr an Wahlen teilgenommen.
  • Auslöser für seine Wahl-Abstinenz war der Wahlsieg von Richard Nixon im Jahr 1972.
  • Malkovich bezeichnet sich als „kein Gläubiger“ des politischen Systems und konzentriert sich auf das, was er persönlich beeinflussen kann.

Warum das wichtig ist

Die Offenbarung eines so bekannten und angesehenen Schauspielers wie John Malkovich, sich seit über 50 Jahren nicht mehr an Wahlen beteiligt zu haben, wirft ein Schlaglicht auf das Vertrauen in demokratische Prozesse. Seine Begründung, ein „Nicht-Gläubiger“ des „ganzen Dings“ zu sein, spiegelt möglicherweise eine tiefere Skepsis wider, die über persönliche Enttäuschung hinausgeht.

Der Zeitpunkt seiner Entscheidung, der Wahlsieg Richard Nixons im Jahr 1972, ist historisch bedeutsam. Nixons zweite Amtszeit war geprägt vom Watergate-Skandal, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Politik und die Regierung massiv erschütterte. Die Enthüllung, dass Nixon Gespräche im Weißen Haus aufzeichnen ließ und ein Tonband als „Smoking Gun“ diente, führte 1973 zur Wende im Skandal. Malkovichs damalige Reaktion als junger Mann könnte somit ein frühes Symptom einer breiteren gesellschaftlichen Ernüchterung gewesen sein, die bis heute nachwirkt und die Beteiligung an Wahlen beeinflusst.