Wichtige Entwicklungen

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete in den Jahren 2020 bis 2025 ein äußerst geringes jährliches Wachstum von nur 0,2 Prozent. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) deckt auf, dass dieses Wachstum ausschließlich auf die hohen Staatsausgaben zurückzuführen ist. Ohne die Milliardeninvestitionen des Staates, unter anderem in die Bundeswehr, den Klimaschutz und die Infrastruktur, hätte die deutsche Wirtschaft laut der Untersuchung sogar einen Rückgang verzeichnet.

Die Studie, aus der die „Süddeutsche Zeitung“ vorab zitierte, beleuchtet die Ursachen für die schwache Entwicklung der Privatwirtschaft. Hauptgrund sind die stark rückläufigen Unternehmensinvestitionen. Insbesondere die Ausgaben für Wohn- und Gewerbebauten sowie für Maschinen und Fahrzeuge sind deutlich gesunken. Als Ursachen hierfür werden Geschäftseinbrüche infolge der Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme, unsichere Finanzierungsbedingungen, Handelskonflikte und geopolitische Schocks wie der Krieg in der Ukraine genannt.

Einzig die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie für Software und Datenbanken zeigten eine positive Entwicklung und nahmen deutlich zu. Die IW-Konjunkturexperten stellen fest, dass die öffentlichen Investitionen im zweiten Quartal 2026 preisbereinigt rund 20 Prozent über dem Jahresdurchschnitt von 2019 lagen, während die privatwirtschaftlichen Investitionen um mehr als zehn Prozent darunter lagen. Dies sei für ein marktwirtschaftliches System auf Dauer nicht normal und schwäche die ökonomischen Produktionsmöglichkeiten sowie den daraus resultierenden Wohlstand.

Zentrale Punkte

  • Das deutsche Wirtschaftswachstum der letzten sechs Jahre (durchschnittlich 0,2% p.a.) ist ausschließlich auf staatliche Ausgaben zurückzuführen.
  • Ohne diese staatlichen Investitionen wäre das BIP geschrumpft, da Unternehmen ihre Investitionen stark zurückgefahren haben.
  • Die mangelnde Modernisierung von Maschinen und Anlagen schwächt langfristig die Produktionsmöglichkeiten und den Wohlstand Deutschlands.

Warum das wichtig ist

Die Ergebnisse der IW-Studie werfen ein besorgniserregendes Licht auf die strukturellen Probleme der deutschen Wirtschaft. Die starke Abhängigkeit vom Staat als Wachstumsmotor ist auf Dauer nicht tragbar und birgt Risiken für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen deutet auf tiefgreifende Unsicherheiten und mangelndes Vertrauen in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin. Die unzureichende Modernisierung des Anlagevermögens gefährdet die langfristigen Produktionskapazitäten und damit den zukünftigen Wohlstand des Landes.