Wichtige Entwicklungen
Die Asylzahlen in Europa verzeichnen einen signifikanten Rückgang. Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“, der sich auf unveröffentlichte Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) stützt, wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 in der EU plus Norwegen und der Schweiz (EU+) insgesamt 452.969 Schutzanträge gestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 24,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als noch 598.575 Anträge verzeichnet wurden. Diese Entwicklung geht aus einem neuen Dokument der EU-Kommission zur Migrationslage hervor.
Besonders auffällig ist die Veränderung der Zielländer. Deutschland, das in der Vergangenheit oft an der Spitze stand, liegt nun nur noch an dritter Stelle. In der Bundesrepublik wurden seit Januar 70.257 Schutzanträge gestellt. Spitzenreiter ist Frankreich mit 98.822 Asylanträgen, gefolgt von Italien mit 78.496 Anträgen. Die Schlusslichter bilden Malta (294), die Slowakei (131) und Ungarn (83).
Die Herkunftsländer der Asylbewerber haben sich ebenfalls verschoben. In Deutschland kamen die meisten Antragsteller aus Afghanistan (23 Prozent), gefolgt von Syrien (12 Prozent) und der Türkei (10 Prozent). EU-weit betrachtet, stammen die meisten Asylbewerber aus Afghanistan (52.361), Venezuela (37.294) und Bangladesch (26.497). Aus der Ukraine stellten 12.182 Menschen einen Asylantrag, wobei die meisten davon in Frankreich (49 Prozent) Schutz suchten, gefolgt von Polen (13 Prozent), Rumänien (6 Prozent) und Deutschland (5 Prozent). Auch 6420 Russen beantragten Asyl.
Zentrale Punkte
- Die Zahl der Asylanträge in der EU+ (inkl. Norwegen und Schweiz) sank in den ersten neun Monaten 2026 um 24,3 Prozent auf 452.969.
- Deutschland ist als Zielland auf den dritten Platz zurückgefallen, hinter Frankreich und Italien.
- Afghanistan, Venezuela und Bangladesch sind die häufigsten Herkunftsländer für Asylbewerber in der EU+.
Warum das wichtig ist
Der deutliche Rückgang der Asylanträge in der EU und die veränderte Rangfolge der Zielländer deuten auf eine Verschiebung der Migrationsmuster hin. Dies könnte Auswirkungen auf die Asylpolitik und die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union haben. Die geringere Zahl von Anträgen in Deutschland könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, darunter veränderte Fluchtrouten, verschärfte Grenzkontrollen oder auch die Attraktivität anderer EU-Staaten als Aufenthaltsort. Die Zahlen sind ein wichtiger Indikator für die Migrationsbewegungen und die Herausforderungen, denen sich die EU und ihre Mitgliedstaaten stellen müssen.

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