Wichtige Entwicklungen
Ein Auftritt bei der rechtspopulistischen britischen Partei Reform UK in Birmingham hat zu einem scharfen Streit zwischen ehemaligen Mitgliedern der legendären Popgruppe Boney M. geführt. Eine von Maizie Williams angeführte Version der Band trat am Wochenende im Rahmen der Veranstaltung der Partei von Nigel Farage auf. Dies rief umgehend die frühere Leadsängerin Liz Mitchell auf den Plan, die sich auf Facebook schockiert von dem Auftritt distanzierte.
Mitchell erklärte, dass sie verstörte Nachrichten von Fans erhalten habe. Sie betonte, mit der Darbietung nichts zu tun zu haben, und zeigte sich tief getroffen darüber, dass ihre Musik für politische Zwecke instrumentalisiert werde. In einer Stellungnahme warf sie der Williams-Formation vor, die Einladung angenommen zu haben, obwohl klar gewesen sei, wofür die Songs genutzt würden. Bei einer Veranstaltung aufzutreten, die Menschen in Not nicht willkommen heiße, bedeute, die eigene Seele und Herkunft für Geld zu verkaufen, so Mitchell.
Die Sängerin verwies zudem auf ihren persönlichen Hintergrund: Ihr Vater gehörte zur sogenannten Windrush-Generation, die ab den späten 1940er-Jahren aus der Karibik nach Großbritannien einwanderte, und sie selbst kam aus Jamaika. Mitchell hob hervor, wie wichtig es sei, dass Großbritannien ein Land bleibe, das Einwanderer und Asylsuchende willkommen heißt.
Auf die scharfe Kritik reagierte Maizie Williams’ Manager Donavon Nelson. Er wies jede politische Nähe zu Reform UK zurück und betonte, die Gruppe unterstütze keine Partei und mische sich nicht in die Politik ein. Laut Nelson war der Auftritt ursprünglich lediglich als Feier im Anschluss an eine Konferenz angekündigt worden. Erst im Nachhinein sei bekannt geworden, dass es sich um ein Event von Reform UK handelte. Der Auftritt habe lediglich dazu gedient, „Freude zu verbreiten, unabhängig von Hautfarbe oder Glauben“. Es tue ihm leid, falls die Darbietung missverstanden worden sei.
Zentrale Punkte
- Empörung bei Liz Mitchell: Die frühere Leadsängerin verurteilt den Auftritt der Boney-M.-Formation bei der rechtspopulistischen Partei Reform UK scharf.
- Reaktion des Managements: Maizie Williams’ Manager weist eine politische Nähe zurück und erklärt, der Parteibezug sei erst im Nachhinein bekannt gewesen.
- Persönlicher Hintergrund: Mitchell verweist auf ihre Herkunft aus Jamaika und die Windrush-Generation ihres Vaters sowie die Bedeutung einer offenen Willkommenskultur.
Warum das wichtig ist
Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen um Namensrechte und das Erbe der von Frank Farian produzierten Popgruppe aus den 1970er-Jahren. Sowohl Liz Mitchell als auch Maizie Williams treten heute unter dem Namen Boney M. auf. Allerdings prägte Mitchells Stimme die weltbekannten Studiohits der Band, während Williams im Studio nicht als Sängerin zu hören war. Die politische Vereinnahmung der Pop-Klassiker sticht besonders vor dem Hintergrund der Migrationsgeschichte der Bandmitglieder hervor.

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