Wichtige Entwicklungen

Die Geschichte der serbischen Alta Bank hat nach dem Lizenzentzug durch die Serbische Nationalbank einen dramatischen Wendepunkt erreicht. Innerhalb kurzer Zeit sollen Gelder von rund 140 Millionen Euro aus der Bank abgezogen worden sein, während das Institut bereits das gesamte Jahr über Liquiditätsprobleme verzeichnete. Der Eigentümer Davor Macura, der innerhalb weniger Jahre vom Wechselstubenbesitzer zum Banker aufgestiegen war, wurde festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Macura gemeinsam mit zwei Mitarbeitern vor, rund 45 Milliarden Dinar – umgerechnet etwa 380 Millionen Euro – aus dem Tresor gestohlen zu haben. Wirtschaftsprofessor Goran Radosavljevic bezweifelt jedoch, dass das Geld physisch in Bar abtransportiert wurde, da dies ein mehrere Tonnen schwerer Transport gewesen wäre. Vermutlich handelte es sich um fingierte Buchungen, bei denen in den Unterlagen ein Eingang vorgetäuscht wurde, während die Gelder tatsächlich unbemerkt abflossen und anderweitig angelegt wurden.

Zentrale Punkte

  • Lizenzentzug und Schließung: Die Serbische Nationalbank schloss die Alta Bank nach massiven Liquiditätsproblemen und dem Abzug von rund 140 Millionen Euro.
  • Festnahme des Inhabers: Besitzer Davor Macura und zwei Mitarbeiter wurden von der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Diebstahl von rund 380 Millionen Euro festgenommen.
  • Verdacht auf fingierte Buchungen: Experten gehen davon aus, dass die enormen Geldsummen nicht physisch aus dem Tresor gestohlen, sondern über Buchungsmanipulationen umgeleitet wurden.

Warum das wichtig ist

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik in Serbien. Unter Macuras Führung hatten zahlreiche staatliche Institutionen – entgegen früherer Gepflogenheiten, bei denen Zahlungen wie Renten über die staatliche Post-Sparkasse liefen – plötzlich Konten bei der Alta Bank eröffnet und staatliche Zahlungsströme dorthin verlagert. Die guten Verbindungen des Besitzers zum ehemaligen Präsidenten Aleksandar Vucic rücken den Skandal nun in den Fokus der Öffentlichkeit, da auch staatliche Gelder von dem mutmaßlichen Betrug betroffen sein könnten.