Wichtige Entwicklungen

Der ehemalige griechische Finanzminister und einstige Politrevoluzzer Yanis Varoufakis sieht sich in seiner Heimat mit massivem Spott konfrontiert. Grund dafür ist die plötzliche und laut Angaben der Partei ohne Erklärung erfolgte Schließung des Kontos seiner paneuropäischen Partei DiEm25 (Democracy in Europe Movement 2025) durch eine Brüsseler Bank.

Wie Varoufakis, der als Generalsekretär der Partei fungiert, am Dienstag auf dem Onlinedienst X erklärte, seien auf dieses Konto die kleinen Beiträge von Zehntausenden Mitgliedern aus ganz Europa eingezahlt worden, um die Bewegung zu finanzieren. Auf ihrer Website teilte die Partei mit, dass durch diesen Schritt die Zahlung von Gehältern, die Deckung von Büromieten und der laufende Betrieb europaweit »jetzt ernsthaft gefährdet« seien. DiEm25 rief deshalb zu Spenden für einen Notfallfonds auf, bis die Gelder von dem gesperrten Konto wieder verfügbar sind.

Im Internet reagierten Kritiker umgehend mit Häme und schlugen den Bogen zur historischen Schuldenkrise Griechenlands im Sommer 2015, als Varoufakis selbst als Finanzminister in der Regierung von Alexis Tsipras amtierende und die Banken des Landes im Zuge der Krise schließen mussten. Nutzer kommentierten den Vorfall mit Aussagen wie »Das nennt man Karma«, schlugen ironisch die Schaffung einer Parallelwährung vor oder forderten spöttisch, man solle der Partei wenigstens erlauben, 60 Euro pro Tag abzuheben – in Anlehnung an die damaligen täglichen Abhebebegrenzungen für griechische Bürger.

Zentrale Punkte

  • Konto-Sperrung: Eine Brüsseler Bank hat das Konto der Partei DiEm25 von Yanis Varoufakis plötzlich und ohne Vorwarnung gesperrt.
  • Finanzielle Gefährdung: Die Parteiarbeit, Gehaltszahlungen und Büromieten in ganz Europa sind laut Angaben der Bewegung nun akut gefährdet; ein Spendenaufruf wurde gestartet.
  • Spott im Netz: Kritiker nutzten den Vorfall für Häme und erinnerten an die Schließung griechischer Banken unter Varoufakis im Jahr 2015.

Warum das wichtig ist

Der Vorfall schlägt in Griechenland und darüber hinaus deshalb hohe Wellen, weil er eine direkte Parallele zur dramatischen Schuldenkrise des Jahres 2015 zieht. Damals sorgte die Schließung der griechischen Banken und die anschließende Einführung strenger Kapitalverkehrskontrollen für weltweite Schlagzeilen, während Varoufakis als Minister an vorderster Front verhandelte. Dass nun ausgerechnet seine eigene europäische Partei von einer Kontosperrung im Bankensystem betroffen ist, liefert politischen Gegnern und Internetnutzern reichlich Anlass für Ironie und schließt symbolisch einen Kreis zu seiner umstrittenen Regierungszeit.