Wichtige Entwicklungen

Seit dem Jahr 2022 hat sich Georgien rasant zu einer globalen Drehscheibe für Leihmutterschaften entwickelt. Auslöser für diesen Wandel sind vor allem die geopolitischen Krisen und Kriege in der Region. Nach dem Beginn von Russlands umfassender Invasion in der Ukraine sowie der Verschärfung russischer Gesetze, die Ausländern seit 2022 den Abschluss von Leihmutterschaftsverträgen untersagen, verlegten zahlreiche internationale Agenturen und Kliniken ihre Aktivitäten in das kaukasische Land. Auch Paare wie Olga und Daniel aus Hamburg wichen auf Georgien aus, da Leihmutterschaften in Deutschland gesetzlich verboten sind und die Anerkennung der Elternschaft hierzulande oft vor Gericht erstritten werden muss.

Statistiken der georgischen Agentur zur Entwicklung öffentlicher Dienstleistungen verdeutlichen diesen Boom: Ende 2023 waren im Land mehr als 3.000 Leihmütter registriert. Während im Jahr 2021 noch rund 300 Leihmütter Kinder zur Welt brachten, stieg diese Zahl im Jahr 2023 sprunghaft auf 1.172 an. Seit 2012 wurden auf diesem Weg insgesamt 5.393 Kinder in Georgien geboren.

Zentrale Punkte

  • Geopolitische Verlagerung: Der Ukraine-Krieg und strikte Verbote für Ausländer in Russland führten zur Abwanderung von Kliniken nach Georgien.
  • Starker Anstieg: Die Zahl der jährlichen Entbindungen durch Leihmütter stieg von rund 300 im Jahr 2021 auf 1.172 im Jahr 2023 an.
  • Rechtliche Hürden: Da Leihmutterschaften in Ländern wie Deutschland verboten sind, nehmen betroffene Eltern vermehrt Dienste in georgischen Agenturen in Anspruch.

Warum das wichtig ist

Die Entwicklung zeigt, wie globale Konflikte und nationale Gesetzgebungen den Markt für reproduktionsmedizinische Dienstleistungen grundlegend verschieben. Georgien nimmt mit seinen rund 3,7 Millionen Einwohnern mittlerweile eine Schlüsselrolle in diesem internationalen Sektor ein, was ethische, rechtliche und soziale Fragen rund um den grenzüberschreitenden Leihmutterschaftstourismus verstärkt in den Fokus rückt.