Wichtige Entwicklungen
Im Europaparlament hat es am Dienstag Durchsuchungen in Büros der rechten Patrioten-Fraktion gegeben. Betroffen sind nach Angaben von Vertretern Räume von Mitarbeitenden der mittlerweile aufgelösten ID-Fraktion (Identität und Demokratie). Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) bestätigte entsprechende Razzien in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Frankreich und Belgien im Rahmen einer laufenden Ermittlung zur Verwendung europäischer Mittel durch eine ehemalige Fraktion.
Die Patrioten-Fraktion (PfE), in der unter anderem die französische Partei Rassemblement National (RN) organisiert ist, teilte auf der Plattform X mit, dass die Verwaltungsbüros in Brüssel und Straßburg ins Visier geraten seien. Die EUStA nannte zunächst keine Details, um den Ausgang des Verfahrens nicht zu gefährden, und bestätigte auch nicht offiziell den genauen Namen der betroffenen Fraktion. Bereits Ende Juni hatte es in diesem Zusammenhang Durchsuchungen unter anderem in Frankreich gegeben.
Die rechtsnationale ID-Fraktion war zwischen 2019 und 2024 aktiv und umfasste neben dem RN auch Parteien wie die deutsche AfD, die österreichische FPÖ und die italienische Lega. Ein Sprecher der AfD-Delegation im EU-Parlament erklärte laut der Nachrichtenagentur dpa, dass die eigene Delegation von den aktuellen Maßnahmen nicht betroffen sei.
Zentrale Punkte
- Durchsuchungen in Brüssel und Straßburg: Die Europäische Staatsanwaltschaft unterscheidet in einem laufenden Verfahren die Verwendung europäischer Gelder.
- Fokus auf ehemalige ID-Fraktion: Im Visier stehen Räumlichkeiten von Mitarbeitenden der zwischen 2019 und 2024 existierenden Fraktion, deren Nachfolgeorganisation nun die Patrioten-Fraktion ist.
- Schwere Vorwürfe durch Prüfer: Parlamentsverwaltung und Prüfer stellten fest, dass ID-Fraktionsmitglieder in der vergangenen Legislaturperiode mindestens 4,3 Millionen Euro aus EU-Mitteln missbräuchlich verwendet haben sollen.
Warum das wichtig ist
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit öffentlichen Geldern im Europäischen Parlament. Laut früheren Einschätzungen von Parlamentsprüfern flossen die monierten EU-Mittel unter anderem an Firmen im Umfeld der ehemaligen ID-Fraktion sowie an Vereine, die Abtreibungsgegner unterstützen. Die aktuellen Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft unterstreichen die konsequente juristische Aufarbeitung von finanziellem Fehlverhalten und Unregelmäßigkeiten auf europäischer Ebene, was weitreichende politische Konsequenzen für die beteiligten rechtspopulistischen und nationalkonservativen Parteien haben kann.

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