Wichtige Entwicklungen

Das feministische Leitmedium "Emma" steht vor dem endgültigen Aus. Wie Herausgeberin Alice Schwarzer bekannt gab, wird das Blatt nach fünf Jahrzehnten und insgesamt 398 Heften eingestellt. Die Abschlussausgabe wird am 8. Dezember erscheinen und die vergangenen Jahrzehnte redaktionell noch einmal Revue passieren lassen.

Schwarzer stellte in einer Mitteilung klar, dass die Einstellung nicht aus ökonomischen Gründen erfolge. Zwar sei die Gesamtauflage über die Zeit gesunken, die laufenden Einnahmen deckten die Ausgaben jedoch weiterhin ab. Zudem verfüge das Magazin über ein solides finanzielles Polster. Schwarzer begründete den Schritt stattdessen mit den Worten: "Wir meinen, es reicht." Die Redaktion habe über drei Feministinnen-Generationen hinweg die Stellung gehalten und gegen Entwicklungen im Namen des Feminismus Stellung bezogen. Mit Verweis auf diesen langen Einsatz erklärte Schwarzer: "Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet."

Zentrale Punkte

  • Einstellung im Dezember: Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben erscheint am 8. Dezember das letzte Heft von "Emma".
  • Keine Geldnot: Die laufenden Kosten waren laut Schwarzer gedeckt und durch Rücklagen abgesichert; das Ende sei eine bewusste Zäsur.
  • Historisches Archiv: Das gesamte Archiv der Zeitschrift geht an das Deutsche Literaturarchiv Marbach und wird dort ab 2029 für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich sein.

Warum das wichtig ist

Die erste Ausgabe von "Emma" erschien am 26. Januar 1977. Alice Schwarzer hatte das Projekt ins Leben gerufen, um der damaligen Frauenfeindlichkeit in den bundesdeutschen Medien eine eigene Stimme für Journalistinnen entgegenzusetzen. Über fünf Jahrzehnte hinweg prägte die Zeitschrift gesellschaftliche Debatten und brachte Themen wie das Ehegattensplitting oder weibliche Genitalverstümmelung frühzeitig auf die mediale Tagesordnung, lange bevor andere Medien diese intensiv aufgriffen.

Mit der Übergabe der Dokumente an das Deutsche Literaturarchiv Marbach bleibt das publizistische Werk der Redaktion ab 2029 für Forschende und die Nachwelt erhalten, womit ein zentrales Kapitel der bundesdeutschen Presse- und Frauenbewegung archiviert wird.