Wichtige Entwicklungen

Die Golfmonarchie Saudi-Arabien hat ihre wichtige Ost-West-Ölpipeline stillgelegt, nachdem Drohnenangriffe in den Regionen Riad und Medina die Infrastruktur getroffen hatten. Das saudische Außenministerium teilte mit, der Transport durch die mehr als 1200 Kilometer langen Röhren sei vorsorglich unterbrochen worden. Die Angriffe, die laut saudischen Angaben aus dem Irak gesteuert wurden und mehrere Menschen verletzten, treffen das Königreich an einer empfindlichen Stelle. Durch die Pipeline können täglich bis zu sieben Millionen Barrel Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer gepumpt werden; ein Barrel entspricht 159 Litern.

Die irakische Regierung verurteilte die Drohnenattacken und kündigte eine Untersuchung an. Zugleich schloss der Irak ohne Angabe von Gründen die beiden wichtigsten Grenzübergänge zum Iran, al-Schalamdscha und al-Schaib, für unbestimmte Zeit. Saudi-Arabien erklärte, auf Bitten des Nachbarlandes vorerst keine Schritte gegen die Angreifer zu unternehmen, um den irakischen Behörden die Möglichkeit zu geben, Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Attacken zu ergreifen. Im Irak operieren etliche vom Iran unterstützte schiitische Milizen, was die Komplexität der Lage unterstreicht.

Zentrale Punkte

  • Saudi-Arabien hat seine Ost-West-Ölpipeline nach Drohnenangriffen in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt.
  • Die Angriffe, die aus dem Irak gesteuert wurden und mehrere Verletzte forderten, werden mit vom Iran unterstützten Milizen in Verbindung gebracht.
  • Der Irak verurteilte die Attacken, kündigte eine Untersuchung an und schloss zwei wichtige Grenzübergänge zum Iran.

Warum das wichtig ist

Die Stilllegung der saudischen Ost-West-Ölpipeline verschärft die ohnehin schon instabile Lage auf dem globalen Ölmarkt erheblich. Angesichts der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der Bedrohung durch die Huthi-Miliz im Jemen an der Meerenge Bab al-Mandab war die Ölverschiffung bereits zuvor erheblich erschwert. Saudi-Arabien, der weltweit wichtigste Ölexporteur, hatte die Ost-West-Röhren seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar genutzt, um die eingebrochenen Exporte zu stabilisieren. Eine zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte den Ölpreis und damit die Benzinpreise auch in Deutschland weiter steigen lassen. Die Huthi-Rebellen und andere Verbündete des Irans sichern sich durch solche Aktionen neue Erpressungsmöglichkeiten im Konflikt mit den USA, was den sich ausweitenden Konflikt im Nahen und Mittleren Osten weiter anheizt.