Wichtige Entwicklungen

Die Arbeit der Goethe-Institute in Russland ist nach mehr als drei Jahrzehnten beendet. Die drei letzten Standorte in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk wurden auf Anweisung des russischen Außenministeriums geschlossen. Alle Mitarbeitenden mussten ihre Tätigkeit niederlegen, und deutsche Staatsbürger unter ihnen wurden angewiesen, das Land bis zum heutigen Tag zu verlassen. Diese Maßnahme wurde von Russlands Außenminister Sergej Lawrow verhängt.

Lawrow begründete die Schließung als direkte Reaktion auf die Strafmaßnahmen der Bundesregierung. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einem versuchten Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle, für den Berlin Moskau verantwortlich macht. Als Konsequenz dieser deutschen Haltung musste unter anderem das Russische Haus in Berlin seinen Betrieb einstellen. Lawrow bestritt vehement eine Beteiligung Russlands an dem Drohnenvorfall in Leipzig und erklärte, es sei nur konsequent, dass nun die Goethe-Institute geschlossen würden, nachdem das russische Kulturzentrum aus Deutschland vertrieben worden sei. Andernfalls würde Russland sich selbst nicht respektieren, so Lawrow.

Zentrale Punkte

  • Die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk wurden nach über 30 Jahren geschlossen.
  • Russland begründet die Schließung als Vergeltung für deutsche Strafmaßnahmen im Zusammenhang mit einem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle.
  • Die Schließung beendet eine Ära des kulturellen Austauschs und der Sprachförderung, die bei der russischen Bevölkerung sehr beliebt war.

Warum das wichtig ist

Die Schließung der Goethe-Institute markiert das Ende von mehr als drei Jahrzehnten intensiven kulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Russland. Die Einrichtungen förderten nicht nur das Erlernen der deutschen Sprache, sondern vermittelten auch ein aktuelles Bild Deutschlands und trugen maßgeblich zum gegenseitigen Verständnis bei. Eine Umfrage aus dem Jahr 2011 zeigte die große Beliebtheit der Institute bei russischen Besuchern, die die Lehrmethodik und Lehrkräfte besonders schätzten.

Diese Entwicklung ist ein weiterer Tiefpunkt in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. Obwohl die Arbeit der Goethe-Institute in Russland in den vergangenen Jahren bereits eingeschränkt war, stellt die vollständige Schließung einen symbolträchtigen Schritt dar, der die diplomatische Eiszeit vertieft und die Möglichkeiten für zivilgesellschaftliche Begegnungen und kulturellen Dialog weiter reduziert.