Wichtige Entwicklungen
Der seit 2016 im Amt befindliche 56-jährige Fifa-Präsident Gianni Infantino hat seine Pläne zur Wiederwahl beim kommenden Fifa-Kongress im März 2027 erneuert. Eine Sprecherin des Verbands stellte klar, dass sich an den bereits im April angekündigten Absichten nichts geändert habe. Zuvor hatte Infantino vor dem Eröffnungsspiel der U20-Weltmeisterschaft der Frauen in Katowice, bei dem Polen die Mannschaft aus Argentinien mit 3:0 besiegte, Fragen zu seiner Zukunft nur mit einem Lächeln und erhobenem Daumen beantwortet.
Die Ankündigung erfolgt mitten in der bisher schwersten Krise seiner Amtszeit. Auslöser der Kritik waren Pläne zur Einbindung von Investoren in künftige WM-Geschäfte, die Infantino inzwischen zwar zurückgenommen hat, die jedoch weiterhin für schwere Dissonanzen sorgen. Die Uefa und ihr Präsident Aleksander Čeferin versuchen, eine erneute Amtszeit Infantinos zu verhindern. Čeferin selbst hat jedoch angekündigt, nicht direkt gegen den Schweizer anzutreten. Die offizielle Bewerbungsfrist für die Präsidentschaft endet am 18. November.
Zusätzlich bereitet die Uefa rechtliche Schritte gegen den Fifa-Chef vor. Wegen des umstrittenen Investorendeals steht der Verdacht der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Raum, da durch Pflichtverletzungen bei der Verwaltung fremden Vermögens Schäden entstanden sein könnten. Eine Anklage wurde bisher nicht erhoben. Infantino bestreitet sämtliche Vorwürfe, betont rechtstreues Verhalten und wirft der europäischen Fußball-Union eine Verleumdungskampagne vor, weshalb er auch die US-Justiz eingeschaltet hat.
Zentrale Punkte
- Wiederwahl bestätigt: Gianni Infantino kandidiert trotz anhaltender Kritik für eine weitere Amtszeit als Fifa-Präsident im Jahr 2027.
- Uefa-Widerstand: Die Uefa bereitet wegen eines umstrittenen Investorendeals ein Verfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor.
- Fristen und Gegenkandidatur: Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 18. November; Uefa-Chef Aleksander Čeferin fordert Infantino nicht selbst heraus.
Warum das wichtig ist
Der Machtkampf zwischen der Fifa und der europäischen Fußball-Union Uefa erreicht damit eine neue Stufe. Der Konflikt über Finanzmodelle, Investorenbeteiligungen und die Führung des Weltverbandes beeinträchtigt die politische Stabilität im Weltfußball erheblich. Dass nun auch rechtliche Schritte und Vorwürfe der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Raum stehen, verstärkt den Druck auf die Verbandsführung im Vorfeld der Wahl 2027.

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