Wichtige Entwicklungen
Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat beschlossen, dass Fußballvereine zukünftig an den Kosten für Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen beteiligt werden müssen. Diese finanzielle Belastung soll "mindestens anteilig" dem jeweiligen Heimatverein aufgebürdet werden. Der DFB begründet diese Entscheidung mit seiner gesetzlichen Pflicht zur Vermögensbetreuung. Dennoch äußerte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, dass er die Erhebung von Gebühren für den falschen Weg halte. Stattdessen sollten alle Beteiligten daran arbeiten, die Sicherheitslage zu verbessern und den Bedarf an Polizeistunden zu reduzieren. "Wir bevorzugen daher weiterhin einen kooperativen Ansatz in der Zusammenarbeit mit Politik und Polizei", so Neuendorf.
Zentrale Punkte
- Fußballvereine müssen sich künftig an Polizeikosten für Hochrisikospiele beteiligen.
- Die Kosten sollen "mindestens anteilig" auf den Heimatverein umgelegt werden.
- Der DFB lehnt die Gebührenerhebung politisch ab und setzt auf Kooperation zur Sicherheitsverbesserung.
Warum das wichtig ist
Dieser Grundsatzbeschluss des DFB ist eine Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2025. Dieses hatte entschieden, dass das Land Bremen die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen, insbesondere bei solchen mit hohem Konfliktpotenzial zwischen Fangruppen, den Bundesligen in Rechnung stellen darf. Bremen hatte bereits 2014 Gebühren von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verlangt und seitdem über drei Millionen Euro in Rechnung gestellt. Die DFL sah darin einen Wettbewerbsnachteil und klagte dagegen. Bislang hat kein weiteres Bundesland eine solche Gebührenordnung eingeführt, obwohl das Saarland dies angekündigt hatte. Andere Länder wie Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten eine finanzielle Beteiligung von Verbänden und Vereinen ausgeschlossen. Die neue Regelung des DFB stellt somit eine Anpassung an die juristische Realität dar und könnte weitreichende finanzielle Auswirkungen auf die Vereine haben.

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