Wichtige Entwicklungen

Nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001, bei denen Terroristen des Netzwerks Al-Kaida die USA trafen, reagierte die angegriffene Nation schnell und entschlossen. Innerhalb einer Woche erteilte der US-Kongress eine weitreichende "Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt". Diese Genehmigung, die dem damaligen Präsidenten George W. Bush freie Hand gab, wird von Historikern als rechtliche Grundlage für den "Krieg gegen den Terror" angesehen.

Nur neun Tage nach den Attentaten rief Präsident Bush diesen Krieg aus und erklärte, er werde nicht enden, bevor nicht jede Terrorgruppe mit globaler Reichweite aufgespürt, gestoppt und besiegt worden sei. Diese Genehmigung diente US-Regierungen noch viele Jahre später als Begründung für Militärschläge in anderen Ländern.

Als erste Reaktion auf die Anschläge setzte Bush die Armee in Gang, um das Taliban-Regime in Afghanistan anzugreifen, das Al-Kaida Zuflucht gewährt hatte. Dies geschah weniger als vier Wochen nach den Attentaten. Präsident Bush teilte die Welt in zwei Lager: "Im Kampf gegen den Terror steht man entweder auf unserer Seite oder gegen uns." Die öffentliche Meinung in den USA unterstützte den Militäreinsatz in Afghanistan mit fast 90 Prozent. Der Journalist und Professor Peter Bergen vergleicht den 11. September mit dem Überfall auf Pearl Harbor, der die USA in den Zweiten Weltkrieg führte, und betont den massiven Schock und die starken Reaktionen, die solche Überraschungsangriffe hervorrufen.

Mehrere NATO-Partner beteiligten sich an der ersten Phase dieses Krieges, der 20 Jahre dauern und schließlich mit dem Sieg der Taliban enden sollte. Im Zuge der neuen "Bush-Doktrin" wurden Präventivkriege zu einem zentralen Element der US-Außenpolitik. Als nächstes Ziel nahm Bush den Irak unter Saddam Hussein ins Visier, wobei bereits vor dem 11. September Stimmen in seinem Umfeld auf einen Sturz Husseins gedrängt hatten.

Zentrale Punkte

  • Die Anschläge vom 11. September führten zur "Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt" und zur Ausrufung des "Kriegs gegen den Terror" durch Präsident Bush.
  • Der Krieg gegen den Terror begann in Afghanistan gegen die Taliban und weitete sich später auf den Irak aus, wobei Präventivkriege Teil der "Bush-Doktrin" wurden.
  • Die weitreichenden Befugnisse und die Rhetorik der "Entweder-mit-uns-oder-gegen-uns"-Politik prägten die US-Außenpolitik für Jahrzehnte.

Warum das wichtig ist

Die Ereignisse des 11. September 2001 und die darauf folgenden politischen und militärischen Entscheidungen haben die globale Rolle der USA fundamental verändert. Die "Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt" bot eine flexible rechtliche Grundlage für militärische Interventionen weltweit, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Die Einführung von Präventivkriegen und die Polarisierung der internationalen Beziehungen im Rahmen des "Kriegs gegen den Terror" haben langfristige Konsequenzen für die internationale Sicherheit und die Wahrnehmung der USA als globaler Akteur.